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Beethovenhalle: Rat berät Sachstandsbericht

Mit einem umfangreichen Bericht zum Sachstand des Projektes "Denkmalgerechte Instandsetzung und Modernisierung der Beethovenhalle" hat sich der Rat in einer Sondersitzung am Montag, 18. März 2019, befasst. Nachdem sich durch die Kündigung zweier Firmen weitere Zeitverzögerungen und eine Erhöhung der Kosten abgezeichnet hatten, war eine Neubewertung der Situation und die Prüfung möglicher Optionen nötig geworden. Das Fazit am Montagabend: Angesichts des bereits fortgeschrittenen Planungsstandes soll die Zusammenarbeit mit dem Objektplaner zunächst weitergehen, möglichst unter veränderten Bedingungen. In etwa sechs Wochen will die Verwaltung weitere konkrete Lösungen für die nächsten Schritte präsentieren.

Kritik an unzureichenden Leistungen äußert die Stadt schon seit Längerem gegenüber dem Objektplaner. Insbesondere hat der Objektplaner über einen erheblichen Zeitraum seine Terminplanung nicht ordnungsgemäß auf Basis des tatsächlichen Bautenstands fortgeschrieben.

Fehlende belastbare Terminplanung durch Objektplaner
Die Verwaltung hat daraufhin alle Handlungsoptionen für das weitere Vorgehen fachtechnisch und juristisch prüfen lassen und dem Rat diese Optionen erläutert. Nachdem, wie oben erwähnt, über Wochen ein aktueller und belastbarer Terminplan fehlte, war der Objektplaner gemäß den vertraglichen Regelungen unter Kündigungsandrohung mit angemessener Fristsetzung zur Fertigung eines solchen Terminplans aufgefordert worden. Am vergangenen Freitagabend hat der Objektplaner - noch innerhalb der gesetzten Frist - einen neuen Terminplan vorgelegt; ob dieser den gestellten Anforderungen genügt, lässt sich nicht ohne entsprechende detaillierte Prüfung beurteilen. Eine solche wird durch die Verwaltung und die Fachberater der Stadt Bonn derzeit mit Hochdruck vorgenommen und in den kommenden Tagen abgeschlossen.

Wie Stadtdirektor Fuchs mitteilte, hat der Objektplaner bereits sein Projektteam umgestellt und aufgestockt. Für die nach wie vor vorhandenen qualitativen Probleme, unter anderem bei der Steuerung der Baustelle, beim Terminplan-Management und bei der Koordination der Planungsleistungen wird jetzt nach Lösungen durch Veränderung von Verträgen gesucht.

Fertigstellung und Kosten noch nicht absehbar

Angesichts der notwendigen Neuausschreibungen geht der Projektsteuerer derzeit von einer Fertigstellung im Jahr 2022 aus, der Objektplaner hat Sommer 2021 in den Raum gestellt. Fuchs bat um Verständnis, dass sich die Verwaltung nun erst ein eigenes Bild machen müsse. Wie sich die Kosten entwickeln, lässt sich derzeit ebenfalls noch nicht absehen; allerdings bringt zum Beispiel jedes weitere Jahr eine Baukostensteigerung von durchschnittlich 6,5 Prozent mit sich.

Fuchs stellte auch noch einmal klar, dass auch zum Thema Baugrund alle Unterlagen den Fachplanern zur Verfügung gestellt wurden. Allerdings habe sich der Bodenbefund trotzdem in der Realität anders dargestellt, nach dem Bodenplatte weggestemmt und Erdreich abgetragen war.

Stand der Arbeiten auf der Baustelle

Für das Studio, das tiefergelegt werden soll, befinden sich die Betonarbeiten in Vorbereitung. Die Neubaumaßnahmen der Hinterbühne haben das Obergeschoss erreicht und stehen kurz vor dem Abschluss. Teile der Decke zwischen Foyer und Untergeschoss, die nicht mehr tragfähig sind, werden abschnittweise entfernt und durch eine neue Ortbetondecke ersetzt. Die Sanierung des Klinkermauerwerks (Steinreinigung und Austausch beschädigter Ziegel) innerhalb des Gebäudes ist abgeschlossen, die Fugen werden derzeit geschlossen.

Ein neues Problem hat sich beim Dachtragwerk über dem Großen Saal aufgetan. Die erhöhte Last kann laut Tragwerksplaner nicht mehr durch die vorhandene Tragkonstruktion aufgenommen werden. Ob hierfür fehlerhafte oder unvollständige Lastangaben verantwortlich sind, wird derzeit ermittelt. Fuchs fasst zusammen: "Wir haben es im vergangenen Jahr mit extremen Problemen in der Bestandssituation des Gebäudes zu tun gehabt. Das Gebäude wird dieses Jahr 60 Jahre alt und hat mehr Schäden, als bekannt war und auch in der Vergangenheit wurden Maßnahmen einfach nicht in die Planunterlagen überführt, sodass es auch in Teilen nicht erkennbar war. Diese Schäden sind nun zum Großteil behoben, aber das hat uns ein ganzes Jahr Zeitverzug gekostet. Die jetzt anstehenden Gewerke sind wesentlich risikoärmer, weil es um Neueinbauten geht, die naturgemäß unproblematischer sein dürften. Nichtsdestotrotz ist und bleibt es auch weiterhin ein hoch komplexes Projekt."

Eine detaillierte Darstellung der Situation gibt die öffentliche Drucksache Nr. 1910897 im Bonner Rats-Informationssystem.

Quelle: Presseamt der Stadt Bonn

WDR Lokalzeit aus Bonn
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